Reptil/Lurch des Jahres

Seit 2006 wählt die AG Feldherpetologie der DGHT in Zusammenarbeit mit dem Bundesfachausschuß des NABU ein Reptil bzw. einen Lurch des Jahres. Unterstützt wird die Aktion mittlerweile auch von der Österreichischen Gesellschaft für Herpetologie (ÖGH) sowie der Koordinierungsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz (KARCH)

Für 2020 wurde die Zauneidechse (Lacerta agilis) zum Reptil des Jahres gewählt.

                                                                
                                                                 Zauneidechsen. Links das Männchen, rechts das Weibchen. Foto: Detlef Schmidt

Zauneidechse   Lacerta agilis (Linnaeus, 1758)

Der Lebensraum der Zauneidechse ist durch einen großen Strukturreichtum und eine hohe Grenzliniendichte gekennzeichnet. Besiedelt werden vor allem Randbereiche von Deckung bietenden Gehölzen, Gebüschen oder Brachflächen. Diese können sich an Straßen- und Wegrändern, an Böschungen, Bahngleisen, in Abbauflächen oder aus der Nutzung genommenen landwirtschaftlichen Flächen befinden. Der Regelung des Temperaturhaushaltes kommt im für diese Art eine besondere Bedeutung zu. Es müssen Flächen oder Strukturen vorhanden sein, auf denen sie sich sonnen und von denen aus sie blitzschnell in Deckung gehen kann. Weitere wichtige Elemente ihres Lebensraumes sind frostfreie Winterquartiere und Eiablageplätze. Geschlossene Waldbestände, zugewachsene Sukzessionsflächen oder dauerhaft nasse Bereiche werden nicht besiedelt. Wenn alle lebenswichtigen Habitatelemente auf kleinem Raum gegeben sind, findet die Zauneidechse auch mitten in der Großstadt auf einem Friedhof, auf einer Industriefläche, an einer Straßenböschung oder auf einer Streuobstwiese ihr Auskommen.
Die Art ist in Hessen unterhalb 500 m ü. NN nahezu flächendeckend und mehr oder weniger geschlossen verbreitet - sofern geeignete Lebensräume vorhanden sind. Sie fehlt weitgehend in den Höhenlagen der Mittelgebirge über 500 m ü. NN. In Südhessen ist die Zauneidechse deutlich häufiger als in Nordhessen. In den klimatisch begünstigten Niederungen Südhessens ist sie stellenweise ausgesprochen häufig und individuenstark vertreten. Auf Grund der weiten Verbreitung und relativen Häufigkeit ist eine ernsthafte Gefährdung der Art in Hessen derzeit nicht zu erkennen, auch wenn vielfach in den Ortsrandbereichen immer wieder Lebensräume überbaut oder zerschnitten werden. Lokal oder regional kann die Art aber durchaus stärkeren Beeinträchtigungen ausgesetzt und dann gefährdet sein. Auf Grund ihrer Listung im Anhang IV der Flora-Fauna-Habitatrichtlinie der Europäischen Union, die einen strengen Schutz nach dem Bundesnaturschutzgesetz bewirkt, werden vielerorts Maßnahmen zur Sicherung der Vorkommen durchgeführt.

Auf den Seiten der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) finden sich weitere Informationen und Downloads:

 

Reptil des Jahres 2020: Zauneidechse
Lurch des Jahres 2019: Bergmolch
Lurch des Jahres 2018: Grasfrosch
Reptil des Jahres 2017: Blindschleiche
Lurch des Jahres 2016: Feuersalamander
Reptil des Jahres 2015: Europäische Sumpfschildkröte
Lurch des Jahres 2014: Gelbbauchunke
Reptil des Jahres 2013: Schlingnatter
Lurch des Jahres 2012: Erdkröte
Reptil des Jahres 2011: Mauereidechse
Lurch des Jahres 2010: Teichmolch
Reptil des Jahres 2009: Würfelnatter
Lurch des Jahres 2008: Laubfrosch
Lurch des Jahres 2007: Knoblauchkröte
Reptil des Jahres 2006: Waldeidechse