Reptil/Lurch des Jahres

Seit 2006 wählt die AG Feldherpetologie der DGHT in Zusammenarbeit mit dem Bundesfachausschuß des NABU ein Reptil bzw. einen Lurch des Jahres. Unterstützt wird die Aktion mittlerweile auch von der Österreichischen Gesellschaft für Herpetologie (ÖGH) sowie der Koordinierungsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz (KARCH)

Für 2018 wurde der Grasfrosch (Rana temoporaria) zum Lurch des Jahres gewählt.

                                                                
                                                                 Grasfrosch. Foto: Werner Bartsch

Der Grasfrosch bewohnt sowohl offene Lebensräume als auch Wälder. Bevorzugte Aufenthaltsorte sind dabei feuchte Bereiche, die gleichzeitig eine gute Deckung bieten. Dies können Hochstaudenfluren ebenso wie Bruchwälder oder Feuchtwiesen sein. Laichhabitate sind vor allem die Uferbereiche und Verlandungsbereiche von Gewässern wie Teiche, Tümpel, Gräben, vernässte oder überschwemmte Wiesen, Altarme und langsam fließende oder stille Bereiche in Bächen und Flüssen. Der Grasfrosch laicht in größeren oder kleineren Laichgesellschaften, wobei die Laichballen an einer oder mehreren Stellen gehäuft abgelegt werden. Dort können dann manchmal mehrere Tausend Laichballen konzentriert an einer Stelle verzeichnet werden. Im Gegensatz dazu verteilt der Springfrosch seine Laichballen in der Regel einzeln im Gewässer.

Der Grasfrosch ist über ganz Hessen verbreitet und auch in den Hochlagen der Mittelgebirge zu finden. Mit einer Rasterfrequenz von über 65 % gehört er zu den häufigen Amphibienarten. Dennoch muss diese Art in den nächsten Jahren genauer beobachtet werden, denn es mehren sich Hinweise, dass die Größe der einzelnen Laichgesellschaften abnimmt und die Bestände insgesamt kleiner werden. Die genauen Ursachen sind nicht genau bekannt. Es wird z. B. für Nordhessen unter anderem die erhebliche Prädation durch den Waschbär angegeben. Nach wie vor kann auch der Straßenverkehr für die Dezimierung bei den Wanderungen und die Versauerung von Gewässern mit der Folge der Verpilzung des Laichs als Gefährdungsfaktor gelten. Auch die Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung, insbesondere die Trockenlegung oder die Verfüllung von Feuchtwiesenbereichen, ist vielerorts noch zu beobachten. Entsprechend ist die Art in die Vorwarnliste eingestuft. Schutzmaßnahmen sollten vor allem zur Sicherung der großen Laichplätze durch Extensivierung der an die Gewässer grenzenden Nutzungen und Offenhaltung der Laichplätze durch Beseitigung beschattender Gehölze erfolgen.

 

Auf den Seiten der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) finden sich weitere Informationen und Downloads:

Lurch des Jahres 2018: Grasfrosch
Reptil des Jahres 2017: Blindschleiche
Lurch des Jahres 2016: Feuersalamander
Reptil des Jahres 2015: Europäische Sumpfschildkröte
Lurch des Jahres 2014: Gelbbauchunke
Reptil des Jahres 2013: Schlingnatter
Lurch des Jahres 2012: Erdkröte
Reptil des Jahres 2011: Mauereidechse
Lurch des Jahres 2010: Teichmolch
Reptil des Jahres 2009: Würfelnatter
Lurch des Jahres 2008: Laubfrosch
Lurch des Jahres 2007: Knoblauchkröte
Reptil des Jahres 2006: Waldeidechse